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Brutvögel

Hauptziel der im NSG laufenden Untersuchungen ist die Erfassung des Brutbestandes und der Brutstandorte der Wiesenvögel, insbesondere der Arten Großer Brachvogel, Kiebitz, Bekassine, Wiesenpieper, Wiesenschafstelze und Braunkehlchen (Zielarten). Dazu werden während der Brutzeit (Anfang März bis Mitte Juli) wöchentliche Begehungen durchgeführt, außerhalb der Brutzeit erfolgen 1-2 Begehungen pro Monat.

Neben den Wiesenvogelarten werden auch Wasservögel, Greifvögel, Eulen und Spechte sowie alle sonstigen nach der Roten Liste Deutschlands oder Nordrhein-Westfalens gefährdete Arten, Arten des Anhangs I der europäischen Vogelschutzrichtlinie und Arten mit besonderer Indikatorfunktion erfasst.

Foto Großer Brachvogel (Weibchen)
 

 



Foto Kiebitz

 

 



Kiebitz

Der Bestand des Kiebitzes war im NSG Osternheuwiesen in den letzten 10-15 Jahren, abgesehen von jahrweisen Schwankungen zwischen 12 und 35 Brutpaaren, vom Trend her eher gleichbleibend, nachdem er Anfang der 90-er Jahre stark zurückgegangen war. Dies entspricht auch den Beobachtungen im gesamten Kreis Soest, wo der Kiebitzbestand besonders in den Ackerbaugebieten stark zurückgegangen ist, während er in den Grünlandgebieten bzw. in der Lippeaue vergleichsweise stabil geblieben ist. Auffallend ist, dass in Jahren mit sehr nassen Witterungsverhältnissen und/oder verzögertem Wachstumsbeginn mehr Kiebitze in Grünland brüten als in Jahren, in denen das Grünland bereits im März relativ hoch aufgewachsen ist.

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Großer Brachvogel

Der Brachvogel hat im NSG Osternheuwiesen seit Beginn des Feuchtwiesenschutzprogramms kontinuierlich im Bestand zugenommen. Dies entspricht dem landesweiten Trend, nach dem der Bestand des Großen Brachvogels in den Schutzgebieten zugenommen hat, während er außerhalb der Schutzgebiete weiterhin abgenommen hat.
Soweit aus dem NSG Osternheuwiesen Angaben zur Anzahl flügge gewordener Jungvögel pro Brutpaar vorliegen, liegt dieser Wert in vielen Jahren über 0,41 (z. B. 2015: 0,80). Dieser Wert ist erforderlich, um den Bestand des Großen Brachvogels mindestens auf gleichem Niveau zu halten.
Somit kann davon ausgegangen werden, dass sich der Brachvogelbestand im NSG Osternheuwiesen sozusagen „aus eigener (Reproduktions-) Kraft“ erhöhen konnte. Möglich war diese Entwicklung auch aufgrund der von Land und Kreis getätigten Flächenankäufe und dem Abschluß von Pacht- und Bewirtschaftungsverträgen, was zu einer Erhöhung der extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen und damit zu einer Erhöhung des Lebensraumpotenzials für den Großen Brachvogel geführt hat.
 

 



Durchzügler und Nahrungsgäste

Weißstorch (Ciconia ciconia)

Die Bestände des Weißstorches in Deutschland nehmen seit einigen Jahren zumindest in einigen Regionen wieder erfreulich zu und das besiedelte Areal weitet sich im Westen Deutschlands wieder aus. Auch auf dem Gebiet der Stadt Geseke, insbesondere in der ausgedehnten Wiesenlandschaft des Naturschutzgebietes „Osternheuwiesen“, finden sich seit einigen Jahren regelmäßig einige Störche ein, um den Sommer hier zu verbringen. Seit 2007 brüten im Kreis Soest wieder regelmäßig mehrere Brutpaare. Auch im benachbarten Kreis Paderborn brüten seit einigen Jahren wieder zahlreiche Weißstörche, allein in Verlar in 2014 8 Paare. Im Sommer können in den Osternheuwiesen regelmäßig bis zu 35 Weißstörche bei der Nahrungssuche beobachtet werden.

Foto Weißstorch mit 2 Jungen
 

 




 

 



Wiesenpieper

Der Wiesenpieper war in den letzten 20 Jahren im NSG Osternheuwiesen mit 0-4 Brutpaaren nur unregelmäßiger Brutvogel. In anderen Feuchtwiesenschutzgebieten wie z. B. im Rabbruch oder in den Ahsewiesen ist die Art noch regelmäßiger Brutvogel. Aber auch im NSG Osternheuwiesen haben sich in den letzten Jahren einige Feuchtweidenbereiche als potenzielles Wiesenpieperhabitat positiv entwickelt, so z. B. die Feuchtweide westlich des Verlarer Weges und der Feuchtweidenkomplex zwischen Glockenbach und Osterschledde. Dort kann man zur Zugzeit schon jetzt zahlreiche Wiesenpieper beobachten. In diesen Bereichen ist in den nächsten Jahren auch wieder mit Bruten des Wiesenpiepers zu rechnen.

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Bekassine

Die Bekassine konnte von den Schutzmaßnahmen im NSG Osternheuwiesen bisher noch nicht profitieren. Sie fehlt seit Jahren als Brutvogel im Gebiet, während im benachbarten NSG Rabbruch hin und wieder noch bis zu 3 Brutpaare festgestellt werden. Nach einem starken Bestandseinbruch in den letzten 3 Jahrzehnten brütet die Bekassine in Nordrhein-Westfalen fast nur noch in Naturschutzgebieten und hier überwiegend in Mooren und Seggenriedern und kaum noch in bewirtschaftetem Grünland.
Als Durchzügler tritt die Bekassine regelmäßig im NSG Osternheuwiesen auf. Potenziell geeignete Bruthabitate innerhalb des NSG werden z. Zt. durch die Neuanlage großflächiger Blänken optimiert, so dass eine Wiederansiedlung nicht ausgeschlossen ist.
 

 



Braunkehlchen

Das Braunkehlchen war bis Mitte der 1980-er Jahre regelmäßiger Brutvogel im NSG Osternheuwiesen. Danach verschwand die Art wie vielerorts in Nordrhein-Westfalen. Bis in jüngste Zeit sind die Braunkehlchenbestände in ganz Westeuropa stark zurückgegangen. In den letzten 10 Jahren haben sich die Bestände in einigen Regionen wie z. B. im Siegerland oder im Hochsauerlandkreis stabilisiert, wahrscheinlich auch aufgrund von Schutzmaßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes.
Da auch im Kreis Soest (Ahsewiesen) und im Kreis Paderborn (Rabbruch) in den letzten Jahren wieder vereinzelt Bruten des Braunkehlchens nachgewiesen werden konnten, kann auch im NSG Osternheuwiesen damit gerechnet werden, dass sich die Art hier wieder ansiedelt, vorausgesetzt, sie findet geeignete Habitate vor. Daher werden im NSG Osternheuwiesen in den nächsten Jahren verstärkt Maßnahmen zur Optimierung von Braunkehlchen-Habitaten, wie z. B. die Anlage von Brachestreifen innerhalb von Feuchtwiesenkomplexen, durchgeführt. In den letzten Jahren konnten seit längerem mal wieder größere Anzahlen durchziehender Braunkehlchen beobachtet werden.

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Braunkehlchen auf dem Durchzug Braunkehlchen auf dem Durchzug